Tagesrand

Sechs Flächen, sechs Lichtstimmungen und doch ein gemeinsamer Kern: die Grenze zwischen Wärme und Kühle, zwischen Brand und Nebel. In Tagesrand stehen glühende Ockertöne neben aschfarbenem Grau, ein tiefes Karminrot bricht sich an verwitterter Betonoberfläche. Jede Arbeit entstand ohne erkennbares Motiv, keine Figur, keine Linie, die den Blick führt. Stattdessen Schichten von Farbe, die sich überlagern, wie Licht, das durch Nebel oder über Wasser fällt. Manche Flächen liegen still und kühl, andere brennen in Gold und Bernstein. Was sie verbindet, ist die Haltung: Zurückhaltung als Methode. Keine Arbeit drängt sich auf. Jede verlangt einen zweiten Blick, bevor sie ihre Temperatur zeigt. Tagesrand funktioniert nicht als Dekoration, sondern als langsames Gegenüber, für Wände, die Zeit zum Schauen lassen. Wer hier hinschaut, sieht selten dasselbe zweimal.

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